Mein Blog: Impulse und Storys aus 1001 Trainings, Coachings und Workshops

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„Ich gehe heute nicht joggen, weil das Wetter nicht gut ist.“
„Ich konnte meine Businessidee noch nicht umsetzen, weil mir dafür noch ein Kurs fehlt.“ „Wenn ich meine Kinder nicht gehabt hätte, dann wäre ich jetzt schon in einer viel höheren Position.“

Welche dieser Sätze kommen dir bekannt vor? Wir sind Meister im Ausreden finden und sind dabei manchmal sogar richtig kreativ. Oftmals lernen wir schon von klein auf, dass es einfacher ist uns aus einer Situation herauszureden, anstatt uns der Realität zu stellen. Gefährlich wird es dann, wenn wir beginnen unsere Ausreden selbst zu glauben. Das führt früher oder später nämlich dazu, dass wir auf der Stelle treten und in unserer Entwicklung stehen bleiben, anstatt weiterzukommen.

In meinem heutigen Blogbeitrag gehe ich darauf ein, warum es uns so schwerfällt, ehrlich mit uns selbst und mit anderen zu sein und wie man mit seinem inneren Schweinehund am besten umgehen kann.

Warum suchen wir permanent nach Ausreden?

Die Gründe können vielfältig sein. Ausreden helfen uns dabei, unangenehme Dinge erstmals von uns wegzuschieben und notwendige Veränderungen zu vertagen. Manchmal suchen wir Ausreden anderen gegenüber, weil wir sie nicht verletzten möchten oder weil es uns schwerfällt, Nein zu sagen.

Wenn dich jemand um Hilfe fragt und du nach einer Ausrede suchst, anstatt Nein zu sagen, dann fliegt das früher oder später auf und führt im schlimmsten Fall zu Enttäuschungen. Ähnlich ist es, wenn du eine Ausrede suchst, um ein Gespräch zu vermeiden, weil du Angst hast, die Person zu verletzen. Damit tust du niemandem einen Gefallen.
Suche stattdessen ein ehrliches Gespräch. Du gehst damit in den Dialog und stärkst die Beziehung auf eine positive Art und Weise.

Wir verwenden Ausreden nicht nur anderen gegenüber, sondern viel zu oft auch, um uns selbst zu belügen. So fällt es uns beispielsweise besonders schwer uns einzugestehen, dass wir Angst vor einer bestimmten Situation haben.

„Wenn ich mich mit Thema xy selbstständig mache, dann funktioniert das bestimmt nicht. Es gibt ja schon so viele auf dem Markt.“

Indem wir uns ständig in Ausreden verlieren, hindern wir uns daran, etwas Neues anzufangen. Unsere unbewusste Versagensangst hindert uns daran, persönlich zu wachsen. Wir betrügen uns selbst und glauben unseren eigenen Geschichten. Bis wir uns irgendwann unzufrieden fühlen. Wir können unsere Bedürfnisse nicht klar benennen, da wir immer wieder eine neue Ausrede für unsere Situation haben.

Stelle dich deinen Ausreden

1) Schreibe deine Ziele auf. Wo möchtest du hin? Was ist dein gewünschter Zustand? Formuliere einen Brief an dein zukünftiges Ich und definiere, wo du dich im Moment befindest und was du dir für deine Zukunft wünschst. Wie du dabei am besten vorgehst, das habe ich dir in einem anderen Podcast „Wieso du einen Brief an dich selbst schreiben solltest“ beschrieben (bitte unten auf den Podcast-Link klicken)

2) Überleg dir, WARUM du deine Ziele erreichen möchtest. Warum sind sie dir wichtig und sind sie auch wirklich attraktiv genug? Handelt es sich dabei um deine Ziele oder handelt es sich möglicherweise um die Ziele anderer, die du nur übernommen hast und seit Jahren daran festhältst? Wenn es sich nicht um deine Ziele handelt oder wenn du bemerkst, dass dir ein Ziel nicht mehr wichtig genug ist, dann lasse los.

3) Erkenne deine Denkmuster und identifiziere deine Ausreden. Klopfe dir danach auf die Schulter. Sei stolz, denn Selbsterkenntnis ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Sag zu dir selbst, „Okay, das war eine Ausrede…und jetzt habe ich sie erkannt“ und mache dich danach an dein Vorhaben. Wenn du das mit Humor nimmst, dann macht das sogar Spaß.

4) Gehe in die Umsetzung und bleibe an deinen Zielen dran. Halte durch und verfolge aktiv deine Träume und Projekte. Erinnere dich immer wieder an dein WARUM. Such dir, wenn notwendig Verbündete, die dir bei der Umsetzung zur Seite stehen.

Lerne loszulassen

Wenn du während deines Prozesses bemerkst, dass du Ziele verfolgst, die nicht mehr zu dir passen oder dass es sich um Ziele anderer handelt, dann lerne neue Wahlen zu treffen, anstatt Ausreden zu erfinden. Hab den Mut Nein zu sagen. Wenn du dich frei fühlst, sagen zu können, was dir wichtig ist und ehrlich über deine Gedanken zu sprechen, dann stärkt das gleichzeitig auch deine zwischenmenschlichen Beziehungen.

Sich seinen eigenen Wahrheiten zu stellen ist nicht leicht und braucht Stärke. Wenn du jedoch beginnst dich selbst ernst zu nehmen, dann kannst du auch für dich und deine Bedürfnisse einstehen.

Die Zeit der Ausreden ist vorbei

Welche Projekte, Träume oder Vorhaben wolltest du schon immer einmal umsetzen? Finde heraus, was du machen möchtest und notiere welche Kontras dir bisher im Weg standen. Schon beim Aufschreiben wird dir auffallen, dass es sich bei der Mehrheit um kreative Ausreden handelt. Überleg dir im nächsten Schritt nun, was du tun kannst, um deine Ziele zu priorisieren, anstatt andere bzw. deine Umstände für dein Scheitern verantwortlich zu machen.
Umsetzungs-Tipp: schreibe dir für jede Ausrede drei mögliche Lösungen auf, wie es funktionieren könnte.

 

 

Hör dir meinen Podcast speziell zu diesem Thema an:
Folge 14: Wieso Ausreden dein größter Feind sind

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